Eine Auswahl meiner Soloprogramme:

Goldberg-Variationen

Die ständige Auseinandersetzung mit den großen Werkzyklen J. S. Bachs bildet den Kern meiner Arbeit. Das Gipfelwerk der Cembalokunst sind für mich die Goldberg-Variationen, die ich besonders gerne und häufig spiele. Trotz ihrer immensen technischen Anforderungen verstehe ich sie nicht so sehr als bravouröses Virtuosenstück, sondern vielmehr als intime und geistreiche kontrapunktische Konversation, gleich einem Lieblingsbuch zu stiller Stunde...

Die Kunst der Sonate

Joseph Haydn ist für mich der größte Klavierkomponist zwischen Bach und Beethoven. Seine Sonaten begeistern und begleiten mich seit über 30 Jahren; nun ist es an der Zeit, sie aus dem Privaten in meine Konzertprogramme zu holen! Während manche frühe Sonate wie geschaffen für das Cembalo scheint, spiele ich viele am liebsten auf dem Clavichord — und die späten natürlich auf dem Hammerflügel.

Kuhnau 2022

Johann Kuhnaus „Frische Clavier-Früchte“, die ersten deutschen Klaviersonaten, konnte ich bereits zu seinem 350. Geburtsjahr auf CD einspielen. In seinem 300. Todesjahr kombiniere ich sie nun mit Lesungen aus seinem heiteren Roman „Der musicalische Quacksalber“ – und auch sonst wird der Universalgelehrte Kuhnau im kommenden Jahr eine wichtige Rolle in meinen Konzertprogrammen spielen.

Orgelmusik aus Silbermanns Sachsen

Seit mehr als 25 Jahren erforsche und vermittle ich die Musik- und Orgellandschaft Sachsens zur Zeit Gottfried Silbermanns. Besonders häufig werde ich gebeten, entsprechende Kostproben zu geben. In einem abwechslungsreichen Programm verbinde ich Perlen der sächsischen Orgelmusik u.a. von Weckmann, Krieger, Kuhnau, Petzold, Bach und Homilius.

Kammermusik- und Ensembleprogramme:

Ein Musicalisches Opfer

1747 besuchte J.S. Bach den Potsdamer Hof Friedrichs des Großen, der ihn zu einer Improvisation über ein gegebenes Thema herausforderte. Anschließend entwickelte Bach daraus ein rätselhaftes und atemberaubend komplexes Kammermusikwerk. In meiner Einrichtung versuche ich, diese gewagten musikalischen Studien über die Unendlichkeit hörbar zu machen (Besetzung: Traversflöte, Violine, Gambe und Cembalo).

Bach und die französische Musik

Als Lüneburger Schüler kam der junge J.S.Bach mehrfach mit französischen Musikern aus Celle in Kontakt: Begegnungen, die seinen eigenen Stil fortan maßgeblich prägten. Die Celler Hofmusik gilt als verloren – was mag er dort gehört haben? Mit Celle eng verbunden war der hannoversche Hof, an dem ebenfalls Franzosen musizierten. Neues und aufregend Unbekanntes aus Hannovers Quellen hat Simone Nill (Blockflöte) entdeckt, das wir zu zweit in einem Kammermusikprogramm präsentieren..

Kopenhagen 1634 / Hamburg 1641

Johann Schop (um 1590-1667) war der erste große Geigenvirtuose nördlich der Alpen. Seine Musik reicht von Tanzvariationen nach Art der Niederländer bis hin zur italienischen Sonate – stets in ganz eigener, norddeutsch-herber Klangprägung. Mechthild Karkow (Violine) und ich (Cembalo) spielen sie als unterhaltsame „Neuinszenierung“ des Geigenwettstreites mit Jacques Foucart (Kopenhagen 1634) oder, in Anlehnung an Schops Zusammenwirken mit Heinrich Scheidemann, als Programm für Violine und Orgel.

Roma triumphans

Als Heinrich Schütz 1672 starb, hatten am Dresdner Kurfürstenhof längst Italiener die musikalische Vorherrschaft übernommen. Vincenzo Albrici und Marco Giuseppe Peranda standen für das Geistliche Konzert römischer Prägung, aus dem sich die frühe Arie entwickelte. Das Programm meines Ensembles Corona harmonica verbindet deren erfrischende Musik mit Meisterwerken von Schütz und seinen Schülern.

Regelmäßige Projekte:

Auf Silbermanns Spuren

Regelmäßig leite ich Exkursionsreisen in bedeutende Orgelregionen Europas. Zur besonderen Heimat ist mir die sächsische Orgellandschaft um Gottfried Silbermann geworden. Ich vermittle sie vielfältig In Konzerten, Exkursionen, Kursen, Ausstellungen und Publikationen. Als Präsidiumsmitglied der Gottfried-Silbermann-Gesellschaft Freiberg gründete ich zudem das Freiberger Clavier-Forum zur Erforschung und Vermittlung des historischen Clavierbaus in Mitteldeutschland.

Ensemble Corona harmonica

Seit 2002 erarbeiten Dresdner Vokalisten und Instrumentalisten unter meiner Leitung geistliche Musik aus Sachsen rund um Schütz, Kuhnau und Bach. Markenzeichen unserer Arbeit sind eine textbetonte musikalische Deklamation sowie die Freude an polyphoner Entfaltung der Einzelstimmen. Besonders gerne musizieren wir zusammen mit historischen Orgeln, wie etwa jährlich am 26. Dezember in der beliebten Weihnachtlichen Vesper an der Silbermann-Orgel Reinhardtsgrimma.

Furtwängler-Orgel Mandelsloh

Die Furtwängler-Orgel von 1878 in Mandelsloh war einst ein Schlüsselinstrument für den spätromantischen Orgelbau in Niedersachsen und ist bis heute eine der schönsten Orgeln dieser Epoche. 2019 gründete ich hier die „Internationale Orgelnacht“ und ab 2020 zusätzlich jährliche Sommermusiken im Wechsel mit den umliegenden romantischen Orgeln von Helstorf und Niedernstöcken.

Bach-Kantaten auf dem Lande

Mehrmals jährlich bringe ich mit dem Kammerchor Neustädter Land Bach-Kantaten zur Aufführung, wie hier in der Klosterkirche Mariensee. In einer einstündigen Werkeinführung mit ganzem Chor und Orchester können die Zuhörenden in die vielfältigen Wort-Ton-Beziehungen der Bach’schen Musiksprache eintauchen. Im anschließenden Abendgottesdienst erklingt die jeweilige Kantate dann im Ganzen.