Cembalist, Organist und Dirigent

Jan Katzschke wurde 1972 im niedersächsischen Neustadt am Rübenberge geboren. Sein Kirchenmusik- und Cembalostudium absolvierte er in Hannover bei Lajos Rovatkay, Hans Christoph Becker-Foss und Heinz Hennig. Bereits vor und während des Studiums war er vielfältig musikalisch aktiv, so etwa als Kammermusiker, als Probenassistent beim Knabenchor Hannover, als Organist der Pauluskirche Hannover und als Leiter eines Oratorienchores. Anschließend arbeitete er zunächst als Kantor im Erzgebirge; 2001 kam dort die von ihm initiierte Restaurierung der historischen Oehme-Orgel Zethau zum Abschluß.
 
Seit 1997 war er freischaffend im sächsischen Freiberg, ab 2002 im Südschwarzwald und seit 2005 in Dresden ansässig. Nach reichhaltigen Erfahrungen als Chor- und Orchesterdirigent sowie als Continuospieler diverser Ensembles für Alte Musik konzentrierte er sich, unterstützt durch private Cembalostudien bei Robert Hill, mehr und mehr auf seine solistische Laufbahn. Gleich seine 2004 eingespielte Debut-CD mit Cembalomusik von Matthias Weckmann (cpo) erhielt den "Preis der Deutschen Schallplattenkritik". Ihr folgten weitere, international beachtete Einspielungen mit Orgel- und Cembalowerken sächsischer Komponisten (Haßler, Kuhnau, Bach, Naumann) sowie Einladungen zu bedeutenden Festivals und Konzertreihen in Europa. Der lettische Komponist Rihards Dubra (geb. 1964) widmete ihm mehrere Werke.
 
2005-2017 war Jan Katzschke Kantor der Diakonissenhauskirche Dresden; hier leitete er eine umfangreiche, liturgisch geprägte Kirchenmusik, dirigierte u.a. monatliche Bach-Kantaten und gründete das Festival "Orgel-Winter". 2007/08 leitete er zusätzlich den Freiberger Domchor. In seiner niedersächsischen Heimat gründete er jüngst den Kammerchor Neustädter Land, mit dem er u.a. weiterhin Bach-Kantaten in der Klosterkirche Mariensee realisiert; mit seinem Dresdner Ensemble Corona harmonica widmet er sich der sächsischen Kirchenmusik der Heinrich-Schütz-Zeit.
 
Seit 2009 unterrichtet er im Fach Orgel an der Hochschule für Kirchenmusik Dresden und seit 2006 ist er Präsidiumsmitglied der Gottfried-Silbermann-Gesellschaft Freiberg, 2011-2014 als deren Vizepräsident. 2015 gründete er das Freiberger Clavier-Forum zur Erforschung und Vermittlung historischer Tasteninstrumente. Er gibt Kurse auf Orgel, Cembalo und Clavichord; im September 2017 wird er Jurymitglied des Gottfried-Silbermann-Orgelwettbewerbes sein. Beiträge zu Fachpublikationen und Konzeptionen musikhistorischer Ausstellungen begleiten diese Arbeit.
 
Eine weitere Leidenschaft gilt der Improvisation, auch in Korrespondenz mit anderen Kunstformen; unverzichtbar ist ihm das regelmäßige gottesdienstliche Orgelspiel.
 
 
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